Felix Schramm   
o.T., 2006, drywall, wood, paint, 365 x 415 x 400 cm

Born 1970 in Hamburg (Germany)
Lives and works in Düsseldorf (Germany)

Man mag sie für Bauarbeiten halten, oder für die Ruinen eines zerlegten Einfamilienhauses von Gordon Matta-Clark. Doch die wuchtigen Rigipsplatten, die sich wie ungeheuerliche Körper durch Raum und Wände schieben, sind Skulpturen von ebenso zerstörerischer wie bildnerischer Gewalt. Die Arbeiten des Düsseldorfer Bildhauers Felix Schramm besitzen eine subtile Eleganz: Trotz ihrer Brachialität suchen sie nicht bloß den Dialog mit der vorgegebenen Architektur, sondern sie behaupten sich mühelos darin.

Die krude zersplitterten Ränder des in Weiß oder gedeckten Farbtönen gehaltenen Baumaterials können nicht über die konzentrierte Komposition hinwegtäuschen, mit der die einzelnen Teile einer Installation zusammengefügt und im Raum platziert sind. Auch in den kleineren Skulpturen, die zuweilen in Verbindung mit technischen Utensilien – wie in „I-A2“ (2006) mit einem schrottreifen, elliptisch kreisenden Plattenspieler – eine wunderliche Eigenständigkeit erhalten, zeigt sich Schramms Sensibilität im Umgang mit Material und dessen Anordnung: Handlich ineinander geschobene Bauelemente werden zu zierlichen architektonischen Relikten, die – begleitet von einer dekonstruktivistischen Gestik – die Sprache von Fertighäusern sprechen.